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Gast-Artikel von Seraphine Monien in dem Magazin "Auszeit" Oktober/November 2020


Entdecke die Kraft deiner wahren Natur

Warum sind wir so gern in der Natur? Wieso berührt und fasziniert sie uns so? Weil wir das Gefühl haben, dass wir dort ganz bei uns ankommen. Und so ist es auch. Denn die Natur da draußen erinnert uns an unsere eigene, innere, wahre Natur.

Eine Frau mit Sonnenhut sitzt auf einer blühenden Sommerwiese in der Sonne.

Was aber ist diese ominöse Natur in uns? Es ist ein Bewusstsein fern von den Anforderungen des Alltags, jenseits des Leistungsbewusstseins und vollkommen unbeeindruckt von den Rollen, in denen wir uns im Alltag wahrnehmen. Keine Blume fragt sich, ob sie schön ist – sie ist einfach. Kein Baum fragt sich, ob er nicht lieber ein anderer Baum sein würde. Und keine Welle des Ozeans behauptet, dass sie aus wertvollerem Wasser bestehe als die anderen Wellen. Die Vögel wollen uns nicht an Termine erinnern und keine Bergwiese erklärt uns vorwurfsvoll, dass wir uns ja lange nicht gemeldet hätten. Der Frieden, das Einfach-Sein und das Sein-Lassen in der Natur schwingt mit unserem Innersten in Resonanz.

Unsere Gedanken und Gefühle können zur Ruhe kommen. Wir können erkennen, dass die Natur in ihrer Vielfalt, mit all ihren Phänomenen und Wundern, einer schöpferischen Intelligenz folgt. Und so können auch wir uns leichter von unseren wesensfremden Ideen befreien und erkennen: Ich bin in Ordnung – so wie ich bin. Hier kann ich ich selbst sein.

Dadurch erkennen wir auch: Wer seine eigene innere Natur wieder spürt, wird selbst in schwierigen Zeiten ein tiefes Selbstvertrauen und seinen inneren Frieden bewahren können. Wer wieder in Einklang mit seiner inneren Natur kommt, verliebt sich vollkommen neu in das Leben, in die eigenen Wunder und in die Wunder vor der Tür.

Ein riesiger Baum, durch dessen Blätterdach die Sonne bricht und dessen großen Wurzeln zu sehen sind. Er verströmt viel Ruhe und Kraft.

Back to the roots

Ein Spaziergang in die Natur sensibilisiert die Sinne und hilft uns, kontemplativ zu werden. Betrachten wir beispielsweise einen einzelnen Baum im Wald: Uns fällt das Wurzelwerk unter unseren Füßen auf, von dem wir – wenn überhaupt – nur einen Bruchteil erkennen können. Wie mächtig diese Wurzeln sind, wird uns bewusst, wenn wir den kräftigen Stamm anschauen und unseren Blick in die majestätische Baumkrone wandern lassen. So viel Anmut, Ruhe, Stärke und Schönheit, die uns dort geschenkt wird. Knorrige, märchenhafte Äste, die Geschichten erzählen, dünne Zweige, die gleich scheinen, aber alle unterschiedlich sind und ein Blätterdach, das in den Himmel ragt und durch das die Sonne magisch glitzert.

Ein Baum erinnert uns an die Standfestigkeit im Leben. Er symbolisiert Stärke und ist dennoch nicht starr, sondern bewegt sich mehr als wir erst einmal denken. Und wir können zu sinnen beginnen: In welchem Sinn und welcher Weisheit sollen meine Wurzeln sein, damit ich selbstbewusst im Leben stehe? Bin ich flexibel genug, um mich vom Leben bewegen zu lassen? Wie sollte ich mich ausrichten, damit mein Spirit, meine Baumkrone, sich wundervoll entfalten kann, vom Licht erfüllt wird und lebensspendend für mich und andere wirken kann?

Die Meeresbrandung bricht im Sonnenschein und Möwen spielen in der Luft.

Meer vom Leben

Die Natur spricht überall zu uns. Wir könnten auch stundenlang am Meer sitzen und den Wellen zuschauen, oder? Das Wasser als Symbolik steht für unsere Gefühlswelt. Und wir können uns fragen: Wie gehen wir mit unseren Gefühlen um? Unterdrücken wir sie lange Zeit, werden wir zu einem abgetrennten Gewässer, das seine natürliche Lebendigkeit und Schaffensfreude zu verlieren droht. Lassen wir unsere Gefühle ungezügelt auf die Welt los, können sie uns und andere verletzen.

Und während wir so aufs Meer blicken, schenkt es uns Balance und erzählt uns von der Dynamik des Lebens und von dem Gefühl, getragen zu sein. „Gib Deinen Gefühlen Ausdruck“, scheint es zu sagen, „Sei wild, ungestüm und auch wütend, wenn Du es mal fühlst – Lass diese Gefühle raus, aber richte sie nicht gegen dich selbst oder andere. Schenke Dir auch, in die Stille zu gehen, Deine Wasser zu beruhigen, um Sanftheit, Weisheit und Klarheit in Dein Leben fließen zu lassen.“ Lassen wir uns also nicht nur mit allen Sinnen, sondern auch mit unserem Spirit auf die Natur ein, beschenkt und hilft sie uns auf so vielen Ebenen. Und zwar zu jeder Zeit im Jahr.

Ein Haufen bunter Herbstbätter zaubert Farbe ins Leben.

Herbstlich willkommen

Schauen wir uns die Jahreszeiten einmal an: Der Rhythmus in der Natur lehrt uns, dass im Winter Ideen entstehen, die im Frühling als Blüte geboren werden und im Sommer ihre Früchte tragen. Der Herbst ist die Zeit des Rückflusses und der Ernte und somit die Zeit der Dankbarkeit, in der wir auf das bisher Erreichte schauen, um dann im Winter wieder in den nächsten Zyklus und das Hervorbringen neuer Ideen für unsere Lebensgestaltung abzutauchen.

Der Herbst ist also alles andere als grau und trist, wie es oft suggeriert wird. Das Laub der Bäume zaubert schönste Farbspiele hervor. Die Sonne scheint golden und am Himmel vereinen sich Licht, Farben und Wolken zu spektakulären lebendigen Gemälden. Die Luft ist geprägt von sattem Erdreich und nassem Blattwerk und duftet würzig und kräftig. Der Wind weht oft stürmisch über Wiesen und durch Wälder, wie eine kräftige Reinigung und Erneuerung. An der Küste beeindruckt uns eine raue See und erinnert uns an die natürliche Freiheit unseres Wesens. Diese Urkraft, die im Herbst an so vielen Stellen deutlich wird, stärkt auch unser Urvertrauen ins Leben.

Natur und Fantasie

Es ist also weit mehr als die frische Luft, die die Natur zu einer wahren Heilerin macht. Und auch, wenn wir in unserem Alltag nicht immer die Möglichkeit haben, sie physisch zu besuchen, können wir sie dennoch erleben – und zwar mittels unserer Fantasie und Vorstellungskraft. Wer das wirklich für sich trainiert und nutzt, findet schnell einen wertvollen Schatz fürs Leben. Denn richtig angewendet und gekonnt intensiviert, können wir uns zunutze machen, dass unser Körper, unsere Gefühle und unsere gesamte Biochemie reaktiv auf unsere Gedanken und unsere Fantasie sind. 

Eine junge Frau liegt mit geschlossenen Augen im Lavendelfeld und genießt es wie eine Meditation.

Um die Kraft der Natur im Alltag noch besser genießen und nutzen zu können und die Verbindung zur eigenen Natur zu erkennen und zu stärken, kann man also beispielsweise Meditationen und Entspannungstechniken mit Naturklängen oder ganzen Fantasiereisen in die Natur kombinieren.

Dieser „natürliche Booster“ hat sich in der Praxis als äußerst effektiv erwiesen, so dass ich in meinen Entspannungsübungen, Achtsamkeitstrainings und Meditationen nicht nur mit heilsamen Musiken und sphärischen Klängen arbeite, sondern insbesondere in der Einleitung immer natürliche Wald-Atmosphäre, Bäche oder Meeresrauschen eine wichtige Rolle spielen, um leichter in die innere Ruhe zu führen.

So kommt man durch Entspannungsübungen auch der Kraft seiner eigenen Natur immer näher und entdeckt Faszinierendes. Zum Beispiel in der Progressiven Muskelentspannung. Wenn wir sie richtig anwenden, können wir durch die Übung ein inneres Strömen und Fließen erleben. Durch das bewusste Anspannen und Entspannen einzelner Muskelgruppen finden wir nämlich nicht nur zurück zu unserer natürlichen Dynamik und Wohlfühlspannung, wir können durch ein gezieltes Training sogar Blockaden in den feinstofflichen Bahnen unseres Körpers, den Meridianen, lösen. Im Wahrnehmen des inneren Strömens und Fließens erkennen wir deutlich, dass wir Leben sind, dass wir Energie sind, dass wir in unserer wahren Natur mehr sind als ein zufällig entstandener, biologischer Klops.

Eine junge Frau steht mit weitausgebreiteten Armen am Meer und spürt die innere Verbundenheit.

Natürlich lebendig

Dieses lebendige Strömen können wir auch in der Natur erleben. Wer schon mal einen Baum umarmt und sich wirklich darauf eingelassen hat, wird auch im Stamm das feinstoffliche Fließen gefühlt haben. Beschäftigen wir uns intensiver mit dieser Lebendigkeit der Natur, kommen wir zu belebenden Erkenntnissen und Beobachtungen, die nicht alle neu sind, die aber auf immer größeres Interesse stoßen – weil auch der innere Wunsch jedes Einzelnen, die eigene wahre Natur wieder zu entdecken, immer lauter in uns ruft.

Es gibt beispielsweise erstaunliche Untersuchungen darüber, wie Pflanzen miteinander kommunizieren und interagieren. In der Natur können wir ein gegenseitiges Helfen, Hervorbringen, Unterstützen und gleichzeitiges „Sein-Lassen“ erkennen, nach dem wir uns in unserem Leben oft so sehr sehnen – weil dies auch unserer wahren inneren Natur entspricht.

Doch bei all dem „Nehmen“ sollten wir auch das „Geben“ nicht vergessen: In einer Zeit, in der die Natur an so vielen Stellen ausgebeutet und geplündert wird, ist es wichtig, sie auch im eigenen Bewusstsein nicht als selbstverständliche Energie-Tankstelle zu sehen, sondern insgesamt achtsamer, behütender und dankbarer mit ihr umzugehen.

 
Einssein mit dem Leben

Egal, zu welcher Jahreszeit und wo du ihr begegnest – ob draußen vor der Tür oder in deiner Vorstellungskraft: Die Natur will dir jederzeit in ihrer Weisheit und schöpferischen Ordnung helfen, zurück in deine Natur zu finden. Das Wundervolle hervorzubringen, was in dir schlummert. Das Wilde zu leben. Die Sanftheit zuzulassen. In heilsamer Kommunikation mit dem Leben um dich herum zu sein. Und jederzeit zu wissen, dass du in Ordnung bist. Das wünsche ich Dir.


Dein natürlicher innerer Heiler

Das Autogene Training kann als Vorstufe zur Meditation dienen und ist eine hervorragende Möglichkeit, mit unserer inneren Natur und unseren erstaunlichen geistigen Fähigkeiten in Berührung zu kommen. Es ist ein sich vom Selbst (auto = selbsttätig) entwickelndes (genesis = Entstehung) systematisches Training. Es beinhaltet Autosuggestionsformeln, mit denen wir unser vegetatives Nervensystem beeinflussen, das alle unbewusst im Körper ablaufenden Reaktionen steuert. Die Übung reduziert die Aktivität des Sympathikus, welcher die Stressreaktionen im Körper bewirkt, und steigert gleichzeitig die Aktivität des Parasympathikus. Wir können also positiv auf Körperfunktionen einwirken, auf die wir wachbewusst so gut wie keinen Einfluss haben. So werden unter anderem Glückshormone ausgeschüttet und der ganze Körper kommt zur Ruhe.

Viele Seminarteilnehmer, die das Autogene Training bereits bei mir erlernt haben, können ihre jetzigen Meditationen und Achtsamkeitstrainings viel effektiver nutzen, da durch das Autogene Training außerdem die Fähigkeit des Abschaltens und Umschaltens auf „innere Ruhe“ effektiv geschult wird.

Das Training ist für jedermann nutzbar, bedarf aber einer fachlich fundierten Anleitung, da sowohl die mentale und physische Vorbereitung als auch die Betonungen und Wiederholungen in den Übungen von großer Bedeutung für die gesundheitsfördernden Effekte sind:

  • Abbau von Stress
  • Aufbau gesunder Einschlaf- und Durchschlaf-Fähigkeit
  • Abkehr von schädlichen Gewohnheiten (z.B. in der Ernährung)
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
  • Bildung und Steigerung des Selbstvertrauens
  • Stärkung des Immunsystems

 

Die Selbsthypnose beinhaltet 6 standardisierte Übungen – im Wechsel mit einer tiefenentspannenden Ruhetönung:

1.    Schwereübung – systematische Entspannung der Willkürmuskulatur, der Arme und Beine

2.    Wärmeübung – Entspannung der Gefäßmuskulatur mit entsprechender Gefäßerweiterung

3.    Atemübung – das passive Atemerlebnis / Zwerchfellatmung

4.    Herzübung – vertieft Ruhe und Entspannung / stärkt Urvertrauen

5.    Sonnengeflechtsübung – fördert die Regulierung der vegetativ gesteuerten Bauchorgane

6.    Kopfübung – vermeidet ein Aufsteigen der Wärme und fördert klare Gedanken


CD-Cover mit einem ruhigen Strand. Am Horizont über dem Wasser geht die Sonne auf. Titel: Progressive Muskelentspannung am Meer. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson mit 17 Muskelgruppen, eingebettet in eine Fantasiereise ans Meer.
Foto einer Frau am Meer, die entspannt aufs Wasser blickt. Daneben ist der des Entspannungsalbums "PME Therapie - Progressive Muskelentspannung", das 3 Übungen der Entspannungstechnik kombiniert.

Dein natürliches Körpergefühl

In der heutigen Zeit pendeln wir oft zwischen einer extremen Anspannung, um den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden, und einer lethargischen Erschöpfung, in der uns jegliche Energie zu fehlen scheint. Weder das eine noch das andere Extrem liegt allerdings in unserer wahren Natur. Die Progressive Muskelentspannung kann dir helfen, sowohl physisch als auch mental und emotional wieder in ein Gleichgewicht zu kommen und deine ganz natürliche Wohlfühlspannung wiederzuentdecken – nicht zu viel und nicht zu wenig. Mit einer professionell geführten Progressiven Muskelentspannung kannst du außerdem vielen stressbedingten Symptomen entgegenwirken, zum Beispiel:

•   Kopfschmerzen

•   Rückenschmerzen

•   allgemeine Verspannungen

•   Nervosität, Stress und innere Unruhe

•   Schlafstörungen

•   Bluthochdruck (Hypertonie)


Lass Dich erinnern

Die Natur vermag uns an Vieles zu erinnern. Zum Beispiel daran, dass die kleinste Mikrobe einen Wert hat. Nimm sie aus einem Biotop heraus und das ganze Ökosystem kippt. In unserem Alltagsbewusstsein suchen wir aber oft das Große, vermeintlich Wichtige, weil wir uns sonst selbst klein glauben. Doch die Natur zeigt uns: Klein und Groß hat es nie gegeben. Es ist vielmehr eine Illusion in unserem menschlichen Bewusstsein.

Aus dem Podcast All about life, Folge 34  Die Heilerin vor Deinem Haus – Warum Natur uns glücklich macht

 


Ein Foto von der Autorin und Meditations- und Entspannungs-Coach Seraphine Monien in einer dunkelblauen Bluse, ihre blonden Haare trägt sie offen.

Die Autorin

Seraphine Monien ist international ausgebildete Lehrerin für Meditation, Entspannungsverfahren, Mental- und Achtsamkeitstraining. Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet sie als ganzheitlicher Lifecoach und Seminarleiterin in Hamburg. Seraphine entwickelte bereits zahlreiche Meditationen und Übungen für den internationalen Markt. Ihr ebenso unterhaltsamer wie heilsamer deutschsprachiger Podcast „All about life“ wird mittlerweile in über 40 Ländern gehört.

seraphine-monien.de


Gast-Artikel von Seraphine Monien in dem Magazin "Auszeit" Oktober/November 2020