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Gast-Artikel von Seraphine Monien in dem Magazin "BIO – natürlich gesund leben" 1/2021


Meditation – der wiederentdeckte Schatz fürs Leben

Inneren Frieden finden, Gelassenheit lernen, Selbstheilungskräfte aktivieren – Meditation schenkt uns gerade in der heutigen lauten und unruhigen Zeit viele Vorteile. Wie auch Sie gerade im Winter von den positiven Effekten der Meditation auf physischer, mentaler und emotionaler Ebene profitieren können, verrät Ihnen Meditationslehrerin Seraphine Monien und versichert: Jeder kann meditieren lernen.

Meditation ist etwas Wundervolles. Sie hilft uns nicht nur zu entspannen und neue Energie zu tanken – sie bringt uns wieder in Kontakt mit unserem Innersten und vermag uns eine neue Klarheit für unser Leben zu schenken. Nicht ohne Grund findet man die Meditation in beinahe allen Kulturen und durch alle Zeiten hindurch.

Das Coverbild des Artikels von Seraphine Monien mit dem Thema "Meditation - Ein Geschenk der Selbstfürsorge" im Bio-Magazin.
"BIO – natürlich gesund leben" 1/2021

Was genau ist Meditation eigentlich?

Irrtümlicherweise wird oft angenommen, dass es beim Meditieren darum geht, nicht zu denken. Das Gegenteil ist der Fall. Meditation leitet sich vom lateinischen Wort „meditare“ ab und bedeutet „nachdenken, nachsinnen“. Dabei handelt es sich aber nicht um unser alltägliches Gedankenkarussell, sondern um ein Denken im tiefenentspannten Zustand, ein Denken, das unserem wahren Selbst entspricht.

Manchmal wird Meditation auch mit der Kontemplation verwechselt. Der Begriff Kontemplation leitet sich vom lateinischen Wort für „beobachten, betrachten, bedenken“ ab. Die aus guten Gründen bei vielen Menschen beliebte Geh-Meditation ist also eher eine kontemplative Achtsamkeitsübung.

Meditation wirkt – auch im Gehirn

In der echten Meditation lernen wir, ganz bei uns anzukommen. Ungestört von unserem inneren Kritiker und blockierenden Alltagsgedanken erfahren wir uns mit etwas Übung in einem sehr viel feineren, erweiterten Bewusstseinszustand. Was für Menschen, die sich noch nie oder nur am Rande mit Meditation beschäftigt haben, erst einmal seltsam klingt, ist sogar medizinisch nachweisbar. Denn: Unser Gehirn beginnt in der Meditation anders zu schwingen.

Während im alltäglichen, oft angespannten, wachbewussten Zustand Beta-Wellen (13-100 Hz) gemessen werden und im entspannteren Zustand zwischen Schlafen und Wachen Alpha-Wellen (8-12 Hz) vorrangig sind, schwingt unser Gehirn in der tiefen Meditation in den sogenannten Theta-Wellen (4-7 Hz). Wir befinden uns in einem schlafähnlichen Zustand, den wir aber bewusst erleben und für unser geistiges und körperliches Wohl nutzen können.

Eine Hand berührt sanft mit den Fingerspitzen die Meeresoberfläche und spürt wie das Wasser die Selbstheilung unterstützt.

Meditation und Selbstheilungskräfte

Die veränderte Schwingung unseres Gehirns zeigt, dass wir in der Meditation einen sehr erholsamen und regenerativen Zustand erreichen. Mehr noch – Wir aktivieren unsere Selbstheilungskräfte auf allen Ebenen:

•   Unsere Muskeln und Gelenke entspannen sich

•   Unser Nervensystem kommt zur Ruhe

•   Unsere Biochemie reguliert sich

•   Unser Hormonhaushalt gleicht sich aus

•   Unsere Gedanken werden leichter und freier

•   Wir finden heilsame Impulse für unsere Lebensgestaltung


Diese positiven Faktoren zeigen, weshalb die Meditation ein so wertvoller Schatz ist, der in jedem von uns schlummert. Gerade jetzt im Winter, wo unser Biorhythmus, unter anderem durch die veränderten Lichtverhältnisse, ein wenig verlangsamt ist und unser Immunsystem gestärkt werden sollte, ist also eine gute Zeit, diesen Schatz zu bergen und zu einem lebendigen Bestandteil des Alltags zu machen.

Ein Arrangement aus Kerzen und Blättern. Eine Frauenhand zündet die Kerzen mit einem Streichholz zur Meditation an.

Meditieren lernen – was Sie wissen sollten

Meditation bedeutet nicht automatisch, im Schneidersitz sitzend Mantras zu rezitieren. Das Ganze hat vielleicht eine exotische Note und sieht professionell aus, wirkt aber unter Umständen eher kontraproduktiv. Eine stille Meditation ohne Musik und sprachliche Führung in einer aufrechten Position kann gerade für Menschen in der westlichen Welt eine enorme Überforderung darstellen. Man versucht, aus dem Alltagstrubel auszusteigen, taucht ein in eine Stille – und wird gerade dort vom inneren Gedankenkarussell überschwemmt und bleibt so im wachbewussten Zustand.

Sie dürfen Ihre Meditation deshalb ruhig in der Position genießen, in der Sie sich am entspanntesten fühlen. Für die meisten Menschen ist das eine liegende Position. Aus meiner langjährigen Erfahrung empfehle ich jedem Interessierten darüber hinaus keine leeren, sondern professionelle sprachlich geführte Meditationen von einem geschulten Experten, der sich wirklich mit Meditation und Bewusstsein auskennt. Denn in einer Zeit der verlockenden Gratis-Angebote, in der sich viele selbsternannte Lehrer berufen fühlen, ein Halbwissen anzubieten, sollte jeder Sucher für sich selbst prüfen, was er in diesem sehr persönlichen, sensiblen Bereich wirklich konsumieren will.

Das Autogene Training als Vorstufe zur Meditation

Auf dem Weg in eine effektive Meditationspraxis hat es sich bewährt, mit anerkannten Entspannungstechniken zu beginnen. Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist sehr gut geeignet, um über die physische Entspannung in eine psychische Entspannung zu gelangen und ein gesundes Körperbewusstsein herzustellen.

Das Autogene Training geht einen Schritt weiter und wird aufgrund seiner nachweislich gesundheitsfördernden Wirkung oft im Bereich der Selbstheilung (zum Beispiel in der Reha) eingesetzt. Die von Johannes Heinrich Schultz etablierte Selbsthypnose lässt uns mit der Kraft unserer Gedanken positiven Einfluss auf den vegetativen Bereich unseres Nervensystems nehmen. Wir lernen, uns durch sich wiederholende Formelsätze in die Tiefenentspannung zu führen. Raus aus der Einseitigkeit des Sympathikus (nach außen gerichtetes Nervensystem), hin zum Parasympathikus, der dem Stoffwechsel und dem Aufbau körperlicher Reserven dient.

Sowohl die Progressive Muskelentspannung, als auch das Autogene Training werden selbst von meinen fortgeschrittenen Meditationsschülern immer wieder gerne angewandt, da sie viele gesundheitliche Vorteile mit sich bringen und mit belebenden Fantasiereisen und stärkenden Achtsamkeitsübungen kombiniert werden können.

CD-Cover mit einem ruhigen Strand. Am Horizont über dem Wasser geht die Sonne auf. Titel: Progressive Muskelentspannung am Meer. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson mit 17 Muskelgruppen, eingebettet in eine Fantasiereise ans Meer.
Foto einer Frau am Meer, die entspannt aufs Wasser blickt. Daneben ist der des Entspannungsalbums "PME Therapie - Progressive Muskelentspannung", das 3 Übungen der Entspannungstechnik kombiniert.

Den meditativen Zustand erreichen und nutzen

Die klassische sprachlich geführte Meditation besteht aus einer Einleitung, in der durch gezielte Entspannungsübungen ein tiefenentspannter Zustand und eine Umschaltung im Nervensystem erreicht wird. Im zweiten Teil geht es in den ebenfalls sprachlich geführten, themenbezogenen Abschnitt der Meditation, um beispielsweise ungewünschte unterbewusste Inhalte und alte Gedankenmuster zu erneuern und die inneren Kräfte und Ressourcen nachhaltig zu stärken, so dass das alltägliche Leben mit seinen Herausforderungen stabiler gemeistert werden kann. Im Anschluss wird man sanft aus dem tiefenentspannten Zustand zurück in das wache Bewusstsein geführt. Die bereichernden Erfahrungen, die man in einer solchen Meditation macht und die neuen stärkenden Gedanken und Gefühle, die man dort findet, sind bei einer guten sprachlichen Führung sehr individuell und lebendig – und lassen erkennen, wie viel positive Veränderung man durch eine liebevolle innere Arbeit erreichen kann.

Dranbleiben macht Freude

Wer einmal richtig meditiert, fühlt schon, welche Ruhe und Stärkung die Meditation zu schenken vermag. Je regelmäßiger Sie die Meditation in Ihren Alltag integrieren, desto erlebbarer werden auch die Vorteile in Ihrem ganz alltäglichen Leben: Sie werden trotz äußerer Unruhe leichter inneren Frieden halten können, Sie werden auch in stressigen Situationen gesunde Gelassenheit leben können, Sie finden eine neue Klarheit und Unterscheidungskraft in sich und schaffen es, bewusster mit Ihren Gedanken und Gefühlen umzugehen.

Cover einer Meditations-CD mit dem Titel "Meditation Selbstheilung & Immunsystem stärken - Selbstheilungskräfte aktivieren durch Autogenes Training, Heilreise und Bodyscan". Abbildung von Regenbogen-Prismen

Ich nenne die Meditation auch gerne das „innere Duschen“, das unseren Hormonhaushalt, unser Nervensystem und unser Unterbewusstsein positiv unterstützt. Und wer das einmal spürt, für den ist das regelmäßige Meditieren kein Pflichtprogramm mehr, sondern ein Geschenk der Selbstfürsorge, dem man gerne Platz in seinem Terminkalender einräumt.
Dass auch Sie das für Ihr Leben entdecken, das wünsche ich Ihnen von Herzen.


Meditation im Rhythmus der Jahreszeiten

Je offener und spielerischer Sie mit der Meditation umgehen, desto erstaunlicher ist das, was Sie in sich finden können. Zum Beispiel können Sie den Rhythmus der Jahreszeiten in Ihre Meditationen einfließen lassen:

  • Legen Sie im Frühjahr mit dem erwachenden Biorhythmus Ihren Fokus in der Meditation auf die Ideen, die Sie jetzt umsetzen wollen, suchen Sie nach neuen Möglichkeiten, wecken Sie Ihre Tatkraft.
  • Entdecken Sie im Sommer, was alles in Ihnen steckt, genießen Sie Ihren Selbstausdruck und richten Sie Ihren Meditations-Fokus auf Lebensfreude.
  • Besinnen Sie sich im Herbst meditativ auf die Dankbarkeit und die Ernte und freuen Sie sich über die Früchte Ihrer neuen Gedanken, Gefühle und Handlungen.
  • Jetzt im Winter feiern Sie Ihre ganz persönliche besinnliche Zeit. Genießen Sie die innere Einkehr und lassen Sie mit dem Rhythmus der Natur behutsam neue liebevolle Ideen für Ihr Leben in sich aufkommen. Oder wie eine alte indianische Weisheit sagt: „Im Winter gehe leise, denn die Erde ist schwanger.“

Nur die Ruhe – Tipps für Ihre Meditation

Die Zeit der Übung gehört ganz Ihnen – sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind.

Nehmen Sie eine für Sie angenehme Position ein. Ich empfehle, im Liegen zu meditieren, da es die gesundheitsfördernde Wirkung erhöht.

Genießen Sie geführte Meditationen möglichst über Kopfhörer, um das bei professionellen Produktionen übliche unterstützende, beruhigende Sound-Design besser wirken zu lassen.

Bedecken Sie Ihre Augen, wenn es möglich ist, mit einer Schlafmaske oder einem leichten Tuch.

Wenn die Nase juckt oder die Zehen nochmal wackeln wollen – Kratzen Sie, wackeln Sie und recken oder strecken Sie sich zwischendurch, wenn Ihnen danach ist. Unterdrücken Sie solche Bedürfnisse nicht. Sie werden trotzdem in die Entspannung kommen.

Gähnen Sie, wenn Sie gähnen müssen. Auch ein erhöhter Speichelfluss ist normal. Beides zeigt lediglich ein Umschalten im Nervensystem – vom Sympathikus in den Parasympathikus.

Gerade zu Beginn gleiten viele Menschen in meinen geführten Meditationen von der lang ersehnten Entspannung in einen Heilschlaf. Lassen Sie das ruhig zu. Ihr Unterbewusstsein nimmt die heilsamen Aspekte der Meditation dennoch auf.

Sehen Sie Ihre Meditation nicht als Hochleistungssport, in den Sie sich hineinzwingen – sondern als regelmäßiges, gesundheitsförderndes Training mit und aus Freude.


Ein Foto von der Autorin und Meditations- und Entspannungs-Coach Seraphine Monien in einer dunkelblauen Bluse, ihre blonden Haare trägt sie offen.

Die Autorin

Seraphine Monien ist international ausgebildete Lehrerin für Meditation, Entspannungsverfahren, Mental- und Achtsamkeitstraining. Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet sie als ganzheitlicher Lifecoach und Seminarleiterin in Hamburg. Seraphine entwickelte bereits zahlreiche Meditationen und Übungen für den internationalen Markt. Ihr ebenso unterhaltsamer wie heilsamer deutschsprachiger Podcast „All about life“ wird mittlerweile in 47 Ländern gehört.

seraphine-monien.de


Gast-Artikel von Seraphine Monien in dem Magazin "BIO – natürlich gesund leben" 1/2021